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NEUES AUS DER/DEN DIÖZESE/N
"Traditionalist:innen lieben gebratene Taube" sagte jüngst eine Bekannte zu mir. Natürlich war mir klar, was sie damit meinte. Der Hl. Geist, der ja bekanntlich weht, wo er will, wird auf Bildern gerne als Taube dargestellt. Markus vermerkt für die Taufszene im Jordan: "Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden." Ein Machtanspruch, den Markus da formuliert. Da weht nichts mehr! Zurück zur Überschrift. Wenn eine Taube gebraten auf dem Teller liegt, dann ist das mit dem Fliegen vorbei, dann sieht man durchaus noch, dass es eine Taube war, der Vogel ist aber gerupft, alles Lebendige ist weg. Da weht nichts mehr. Aber hat die Bekannte wirklich recht? Wenn man den Widerstand der recht(s)gläubigen Katholik:innen gegen die Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf im Kontext sonstiger Veröffentlichungen beispielsweise von Matthias von Gersdorff sieht, dann ist die Richtung klar: Verurteilung des jetzigen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Bischof Bätzing als Ketzer, Verunglimpfung eines Dialogs der Argumente und der Differenzierung, Frauenfeindlichkeit, Verbot jeglicher Selbstbestimmung, und das alles mit einer ausgewiesenen Nähe zu amerikanischen Evangelikalen und zur AfD. "Bischof Bätzing ist ein Ketzer!" Es ist schon gewagt von Matthias von Gersdorff, Bischof Bätzing als Ketzer zu bezeichnen und den in Köln ansässigen Erzbischof Woelki, der knapp einer Gefängnisstrafe wegen Meineids entkommen ist, hoch zu loben! Doch - wohin wollen die Traditionalist:innen? Beispiel Tradwives Von Amerika ausgehend schwappt der Trend der sich selbst so bezeichnenden "Tradwives" auch über den Ozean zu uns. Tradwives propagieren nicht nur inhaltlich ein konservatives Familienmodell, sondern setzen auch optisch auf die Welt der 1950er-Jahre, als das Alleinverdienermodell in den USA ebenso wie in der alten Bundesrepublik noch allseits gültige Norm war. Gehen wir zurück in die 50-er-Jahre: Genehmigung durch den Mann, wenn eine Frau den Führerschein machen will, wenn sie arbeiten will. Vergewaltigung in der Ehe kann's nicht geben, denn die Frau sei dem Manne in allem untertan. Es zählen die 3 K's: Küche, Kinder, Kirche. Und die katholischen Traditionalist:innen? War das Vatikanum II überflüssig? Ebenfalls zurück in die 50-er? Das Vaitkanum II negieren? Alle Macht den Klerikern, Amtsmissbrauch, sexueller Missbrauch durch Priester, geistlicher Missbrauch von Klerikern, Vertuschung durch Versetzen! Randerscheinung, Einzelschiucksale. Also her damit? Die Tradition ist mit dem Vatikanum I und der Unfehlbarkeit des Papstes abgeschlossen, es braucht keine weitere Entwicklung, der Geist Markus'in Form einer Taube liegt gebraten auf dem Teller. Das kann man so haben wollen oder nicht. Mich stört das nicht, wenn jemand das alles freiwillig machen will. Von "Krankenkassen-wegen" hätte ich dann aber auch gerne, dass sich Traditionalist:innen wie in den 50-er Jahren verhalten und Krankheit als Strafe Gottes akzeptieren! Keine Palliativmedizin, die den schreienden Schmerz der Krebspatient:innen lindert, sondern klaren Verstands die Schmerzen ertragen bis zum schließlich heiß herbeigesehnten Tod (assistierter Suizid scheidet aus!). Rückkehrer in die 50-er sollen auf Palliativmedizin verzichten! Liebe Traditionalist:innen, überlegt es Euch gut, denn das eine (Rückkehr in die Welt der 50-er) gibt es nicht ohne das andere (Verzicht auf Palliativmedizin, Verzicht auf sanftes Bohren beim Zahnarzt, gleichgeschlechtliche Ehen, Abitur auch für Arbeiter:innenkinder, Gleichberechtigung von Mann und Frau). Ich bin dankbar, dass wir das Jahr 2025 schreiben und nicht das Jahr 1950, und hoffe, dass sich der Geist Gottes wie Phönix aus der Asche erhebt und wie wild herumflattert. Quod licet Jovi, non licet bovi Ein Nachsatz zu Herrn von Gersdorff : Als Arbeiterkind bin ich übervorsichtig bei Vorschlägen aus dem Adel, insbesondere wenn es um "Rückkehr zu alten Werten" geht. Die Familie Gersdorff gehört zum deutschen Uradel seit 1301. Da gab es noch die Leibeigenschaft und die völlige Willkür für die adligen Herren. Und das meist in einer unheilvollen Kombination mit dem Klerus. Wer dahin zurück will, der hebe jetzt die Hand! Und noch eine Ergänzung: Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch , geborene Herzogin von Oldenburg, will auch zurück in die 50-er, ebenso wie Mariae Gloria Ferdinanda Joachima Josephine Wilhelmine Huberta Gräfin von Schönburg-Glauchau, besser bekannt als Gloria von Thurn und Taxis ( ja! das war die, sagte: "Die einzigen beiden Menschen auf der Welt, die uns heute Klarheit geben, sind Donald Trump und Gerhard Ludwig Müller. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass Gerhard Ludwig Müller der Donald Trump der katholischen Kirche ist." - Müller war Nachfolger von Kardinal Ratzinger als Chef der Glaubenskongregation und wurde von Papst Franziskus gefeuert)
Juli 2025
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„Kein begründeter Verdacht wird vertuscht, und jeder Täter wurde und wird zur Rechenschaft gezogen, bestraft, aus der Pastoral herausgenommen und vom Dienst suspendiert.“, sagte Bischof Fürst 2018.
Redaktion
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